Herausgeputzt in die elfte Saison

Saisoneröffnung im Zeiher Vogelpark an Karfreitag

Noemi Appert und Rolf Lanz vor der Voliere der Goldsittiche, eine bedrohte Art, die aus Südamerika stammt, und im Rahmen des Artenschutzprogramms im Vogelpark gezüchtet wird.
Noemi Appert und Rolf Lanz vor der Voliere der Goldsittiche, eine bedrohte Art, die aus Südamerika stammt, und im Rahmen des Artenschutzprogramms im Vogelpark gezüchtet wird.

Trotz Kälteeinbruchs in der Woche vor der Saisoneröffnung ist im Vogelpark Ambigua in Zeihen, wo rund 400 Tiere leben, nichts mehr von Winterpause zu spüren. Fleissige Hände haben bereits geputzt, gejätet und renoviert, was das Zeug hält. Holz- und Reisighaufen liegen bereit, damit die Volieren fertig eingerichtet werden können. Und sogar die Vögel scheinen die Aufbruchstimmung zu spüren und flattern trotz der nicht gerade exotischen Temperaturen durch ihre Volieren.

«Beizli» fürs ganze Jahr

Besonders stolz ist das Leitungsduo Rolf Lanz und Noemi Appert auf das neu ausgebaute «Beizli». «Dank Isolation, neuem Boden und Heizung können wir hier die Gäste jetzt ganzjährig bewirten, auch wenn der Park an sich während der Wintersaison geschlossen ist», freuen sich die beiden. Die Festbankgarnituren machen neuem Mobiliar Platz. «Es gibt Vierer- und Zweiertische. Der Raum bietet Platz für 45 bis 60 Personen.» Dank der professionellen Infrastruktur – es gibt auch einen Beamer mit Leinwand sowie einen Bildschirm – sei man bereit für Familien-, Firmen- und Vereinsanlässe aller Art. Jetzt brauche man allerdings noch eine weitere Teilzeitkraft, die das Küchen- und Veranstaltungsteam ergänze.

Neues für die Jüngsten

Auch die jüngsten Besucher dürfen sich freuen: Der Beschäftigungsbereich für Kinder wird erweitert. Im Vogelpark gibt es weder Rutschen noch Schaukeln. «Wir wollen die Kinder viel mehr auf spielerische Art an die Welt der Natur und der Tiere heranführen», betont Rolf Lanz. Nebst Tast- und Suchspielen, Memory, Basteln und Malen fehlt aber auch der beliebte Sandkasten nicht. Insgesamt sei man jetzt noch besser gerüstet für Kindergeburtstage, Kindergarten- und Schulreisen sowie die Ferienspässe, die sich schon die letzten Jahre grosser Beliebtheit erfreuten.

Ein Zuhause für handicapierte Vögel

Ein Projekt, das Rolf Lanz besonders am Herzen liegt, ist das neue Gebäude mit Voliere, das bis Herbst entstehen soll. Dafür muss das baufällige Gebäude 5 weichen, mit dessen Abbruch bereits begonnen worden ist. «Das neue Gebäude bietet beeinträchtigten, flugunfähigen und handicapierten Vögeln ein Zuhause, in dem wir individuell auf ihre Bedürfnisse eingehen können.» Rund 30 Vögel, die aus katastrophalsten Verhältnissen – vor allem aus Beschlagnahmungen – stammen, sollen hier ein Zuhause finden. «Die erste, könig­liche Voliere gehört unserem Chico», meint Rolf Lanz schmunzelnd. Der flugunfähige Kakadu, der nur noch einen Fuss und zahlreiche kahle Stellen am Leib hat, hielt vor rund sieben Jahren Einzug in den Vogelpark, wurde aufgepäppelt und hat sich dank seines auffälligen Charakters zum heimlichen Star gemausert.

«Die Investitionen für die neue Infrastruktur sind nur möglich aufgrund eines namhaften Beitrags aus dem Aargauer Lotteriefonds und grosszügiger Spenden», betont Rolf Lanz dankbar. Die Arbeit fürs Vogelparkteam wird damit aber nicht weniger. Traditionell am Samstag vor der Saisoneröffnung ist nochmals ganz grosse «Frühlingsputzete» angesagt. Rund 20 Helferinnen und Helfer unterstützen fleissig die vier ständigen Mitarbeiter beim Jäten, Putzen, Holzen usw. «Bereits Mitte März durften wir wieder auf unsere treuen Heinzelmännchen vom Rotaryclub zählen, die uns immer mal wieder unter die Arme greifen.»

Nachfolge regeln

Auch in personeller Hinsicht wird es Veränderungen im Vogelpark geben, insbesondere was die Leitung anbelangt. Bereits seit zwei Jahren liegt die Betriebsleitung bei Noemi Appert. Mit ihr und Martin Vögeli ist die Nachfolge von Rolf Lanz rechtlich geregelt. Doch die administrative Leitung und die Verantwortung für die Veranstaltungen liegt immer noch beim Vogelparkgründer, der diese Aufgabe per Ende Jahr in neue Hände übergeben will. Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin läuft. Er stelle sich jemanden vor, der diese Arbeit mit Herzblut mache, betont Lanz, der es sich unter anderem nicht nehmen lässt, Spenden mit handgeschriebenen Karten zu verdanken. «Ich hatte immer ein Riesenglück mit meinem Team», sagt er und hofft, dass ihm dieses Glück auch bei seiner Nachfolge hold ist.

Weitere Informationen zum Vogelpark finden Interessierte im Internet unter www.vogelpark-ambigua.ch 

Text und Foto: 
Sonja Falser, NEUE FRICKTALER ZEITUNG / fricktal.info

 
 

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